# Portabilitaet: UNIVERSAL
# Zuletzt validiert: 2026-02-05 (Claude/BACH wiki-author)
# Naechste Pruefung: 2027-02-05
# Quellen: [ICF Kompetenzmodell, Rauen Coaching-Handbuch, Whitmore GROW]

COACHING
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Stand: 2026-02-05

WAS IST COACHING?
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Coaching ist eine professionelle Begleitung von Einzelpersonen
oder Teams zur Erreichung selbstgesteckter Ziele. Der Coach
hilft dem Coachee, eigene Loesungen zu finden - er gibt keine
Ratschlaege, sondern stellt Fragen.

  Kernelemente
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  - Zielorientiert (konkretes Anliegen)
  - Zeitlich begrenzt (keine Dauertherapie)
  - Freiwillig (Coachee entscheidet)
  - Ergebnisoffen (Coach hat keine Agenda)
  - Ressourcenorientiert (auf Staerken bauen)

  Abgrenzung zu anderen Formaten
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  | Format    | Fokus                  | Richtung      |
  |-----------|------------------------|---------------|
  | Coaching  | Loesungen finden       | Fragen        |
  | Beratung  | Expertise vermitteln   | Ratschlaege   |
  | Training  | Faehigkeiten aufbauen  | Vermitteln    |
  | Therapie  | Stoerungen behandeln   | Heilen        |
  | Mentoring | Erfahrung teilen       | Weitergeben   |

  Der Coach als "Hebamme" (Sokrates)
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  - Die Loesung steckt im Coachee
  - Coach hilft, sie "zur Welt zu bringen"
  - Durch Fragen, nicht durch Antworten

COACHING-HALTUNG
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  Grundannahmen
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  1. Jeder Mensch ist okay (bedingungslose Wertschaetzung)
  2. Jeder traegt Ressourcen zur Loesung in sich
  3. Der Coachee ist Experte fuer sein Leben
  4. Probleme sind verkappte Loesungen
  5. Veraenderung ist immer moeglich

  Haltung des Coaches
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  - Allparteilich (nicht bewertend)
  - Neugierig (echtes Interesse)
  - Geduldig (Prozess braucht Zeit)
  - Vertrauend (in Faehigkeiten des Coachee)
  - Praesent (ganz beim Coachee)

  Ethische Prinzipien
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  - Vertraulichkeit wahren
  - Eigene Grenzen kennen
  - Keine Abhaengigkeit schaffen
  - An Therapeuten verweisen wenn noetig
  - Supervision nutzen

COACHING-PROZESS
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  Typischer Ablauf
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  1. KONTAKT
     - Kennenlernen
     - Erwartungen klaeren
     - Passung pruefen
     - Rahmen vereinbaren

  2. KONTRAKT
     - Ziel definieren
     - Erfolgskriterien festlegen
     - Umfang und Dauer
     - Vertraulichkeit

  3. KERN (Mehrere Sitzungen)
     - Thema bearbeiten
     - Perspektiven wechseln
     - Optionen entwickeln
     - Entscheidungen treffen
     - Schritte planen

  4. ABSCHLUSS
     - Ergebnisse sichern
     - Transfer planen
     - Prozess reflektieren
     - Abschied gestalten

  Sitzungsstruktur
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  - Ankommen (Wie geht es Ihnen?)
  - Thema/Auftrag (Was wollen Sie heute bearbeiten?)
  - Bearbeitung (Hauptteil mit Methoden)
  - Ergebnis (Was nehmen Sie mit?)
  - Abschluss (Naechste Schritte)

GROW-MODELL
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Das bekannteste Coaching-Framework (John Whitmore):

  G - GOAL (Ziel)
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  - Was wollen Sie erreichen?
  - Woran merken Sie, dass Sie es erreicht haben?
  - Wie wichtig ist Ihnen das Ziel (1-10)?

  Beispielfragen:
  - "Was moechten Sie heute besprechen?"
  - "Was waere ein gutes Ergebnis fuer Sie?"
  - "Wie sieht Ihr Idealbild aus?"

  R - REALITY (Realitaet)
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  - Wie ist die aktuelle Situation?
  - Was haben Sie bisher versucht?
  - Was hindert Sie?

  Beispielfragen:
  - "Wie sieht die Situation gerade aus?"
  - "Was funktioniert schon?"
  - "Wer ist noch beteiligt?"

  O - OPTIONS (Optionen)
  ----------------------
  - Welche Moeglichkeiten haben Sie?
  - Was koennten Sie noch tun?
  - Was wuerde jemand anderes tun?

  Beispielfragen:
  - "Welche Optionen sehen Sie?"
  - "Was waere, wenn es keine Grenzen gaebe?"
  - "Was wuerde Ihr bester Freund raten?"

  W - WILL (Wille/Weg)
  --------------------
  - Was werden Sie konkret tun?
  - Wann werden Sie es tun?
  - Was koennte Sie hindern?

  Beispielfragen:
  - "Welche Option waehlen Sie?"
  - "Was ist Ihr erster Schritt?"
  - "Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie es tun (1-10)?"

SYSTEMISCHES COACHING
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  Grundgedanken
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  - Probleme entstehen im System (Beziehungen, Kontext)
  - Jedes Verhalten macht im System Sinn
  - Kleine Aenderungen koennen grosse Wirkung haben
  - Es gibt keine "objektive" Wahrheit

  Systemische Fragen
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  Zirkulaere Fragen
    "Was glaubt Ihr Chef, warum Sie das tun?"
    "Wer wuerde sich am meisten freuen, wenn es gelingt?"

  Skalierungsfragen
    "Auf einer Skala von 1-10, wo stehen Sie?"
    "Was muesste passieren, um einen Punkt hoeher zu kommen?"

  Hypothetische Fragen
    "Angenommen, das Problem waere geloest - was waere anders?"
    "Wenn Sie eine Fee haetten, was wuerden Sie sich wuenschen?"

  Wunderfrage (Steve de Shazer)
    "Stellen Sie sich vor, heute Nacht passiert ein Wunder
    und Ihr Problem ist geloest. Woran merken Sie es morgen
    als erstes?"

  Ressourcenfragen
    "Wann war es schon mal besser?"
    "Was hat da geholfen?"
    "Welche Staerken haben Sie?"

  Methoden
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  - Aufstellungen (raeumliche Darstellung von Systemen)
  - Genogramm (Familiensystem visualisieren)
  - Timeline (Biographie darstellen)
  - Reframing (Problem umdeuten)
  - Externalisieren (Problem als externes Objekt)

COACHING-FORMATE
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  Einzelcoaching
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  - Klassisches 1:1 Setting
  - Hohe Vertraulichkeit
  - Individueller Fokus
  - 60-90 Minuten pro Sitzung

  Team-Coaching
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  - Fokus auf Zusammenarbeit
  - Gemeinsame Ziele
  - Konflikte bearbeitbar
  - Laenger (halber bis ganzer Tag)

  Gruppen-Coaching
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  - Mehrere Coachees (keine Teams)
  - Aehnliche Themen
  - Gegenseitiges Lernen
  - Kosteneffizienter

  Online-Coaching
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  - Via Video-Call
  - Ortsunabhaengig
  - Flexibler
  - Weniger nonverbale Signale

  Walk & Talk
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  - Coaching im Gehen
  - Kreativitaetsfoerdernd
  - Entspannter
  - Bei gutem Wetter

  Blitzcoaching
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  - 15-30 Minuten
  - Ein konkretes Thema
  - Schnelle Intervention
  - Zwischen Tuer und Angel

BUSINESS COACHING
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  Typische Anlaesse
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  - Neue Fuehrungsrolle
  - Konflikte im Team
  - Work-Life-Balance
  - Karriereentscheidungen
  - Vorbereitung auf wichtige Situationen
  - Persoenliche Entwicklung

  Besonderheiten
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  - Auftraggeber oft nicht der Coachee
  - Dreiecksvertrag (Firma, Coachee, Coach)
  - Organisationskontext beachten
  - Rollenkonflikte moeglich

  Executive Coaching
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  - Fuer Top-Management
  - Strategische Themen
  - Einsamkeit an der Spitze
  - Hohe Vertraulichkeit
  - Erfahrene Coaches

COACHING-KOMPETENZEN
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  ICF Core Competencies
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  Die International Coaching Federation definiert:

  A. GRUNDLAGEN
     1. Ethische Standards einhalten
     2. Coaching-Vereinbarung treffen

  B. BEZIEHUNG GESTALTEN
     3. Vertrauen aufbauen
     4. Praesenz zeigen

  C. KOMMUNIZIEREN
     5. Aktiv zuhoeren
     6. Wirkungsvoll fragen
     7. Direkt kommunizieren

  D. LERNEN FOERDERN
     8. Bewusstsein schaffen
     9. Handlungen gestalten
     10. Ziele und Plaene managen
     11. Fortschritt und Verantwortung begleiten

  Aktives Zuhoeren
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  - Verbal: "Mhm", "Verstehe", Zusammenfassen
  - Nonverbal: Blickkontakt, Nicken, Koerperhaltung
  - Zwischen den Zeilen hoeren
  - Das Ungesagte beachten
  - Gefuehle spiegeln

  Wirkungsvolle Fragen
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  - Offen (nicht mit Ja/Nein beantwortbar)
  - Kurz (nicht erklaeren)
  - Wohlwollend (nicht entlarvend)
  - Eine Frage auf einmal
  - Pause nach der Frage

COACH-AUSBILDUNG
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  Ausbildungswege
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  - ICF-akkreditierte Programme
  - Systemische Coaching-Ausbildungen
  - NLP-basierte Ausbildungen
  - Universitaere Zertifikate

  ICF-Zertifizierungsstufen
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  ACC - Associate Certified Coach (100+ Stunden)
  PCC - Professional Certified Coach (500+ Stunden)
  MCC - Master Certified Coach (2500+ Stunden)

  Supervision
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  - Reflexion der eigenen Praxis
  - Pflicht fuer professionelle Coaches
  - Qualitaetssicherung
  - Schutz vor Burnout

BACH-INTEGRATION
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  Coaching-Elemente in BACH
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  - Fragetechniken fuer Bedarfsanalyse
  - Zielfindung bei Tasks
  - Ressourcenorientierung (was kann BACH schon?)

  KI als Coach-Unterstuetzung
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  - Reflexionsfragen generieren
  - Zusammenfassungen erstellen
  - Muster erkennen
  - NICHT: Echtes Coaching ersetzen

  Grenzen beachten
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  - KI kann keine Beziehung aufbauen
  - Emotionale Themen brauchen Menschen
  - Bei psychischen Themen: An Profis verweisen

LITERATUR
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  Grundlagen
  [1] Whitmore, J.: Coaching for Performance (GROW)
  [2] Rauen, C.: Handbuch Coaching
  [3] Fischer-Epe, M.: Coaching: Miteinander Ziele erreichen

  Systemisch
  [4] Radatz, S.: Beratung ohne Ratschlag
  [5] Schmid, B.: Systemisches Coaching

  Fragen
  [6] Kindl-Beilfuss, C.: Fragen koennen wie Kuesse schmecken

SIEHE AUCH
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  wiki/methoden/beratung/mentoring.txt          Mentoring
  wiki/methoden/beratung/gespraechstechniken.txt Kommunikation
  wiki/methoden/beratung/veraenderung.txt       Change-Begleitung
  wiki/psychologie/                             Psychologische Basis
  wiki/management/                              Fuehrungskontext
