# Portabilitaet: UNIVERSAL
# Zuletzt validiert: 2026-02-05 (Claude/BACH wiki-author)
# Naechste Pruefung: 2027-02-05
# Quellen: [HGB, Woehe Betriebswirtschaftslehre, DATEV-Leitfaden]

BUCHFUEHRUNG
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Stand: 2026-02-05

WAS IST BUCHFUEHRUNG?
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Buchfuehrung ist die systematische, lueckenlose und
chronologische Aufzeichnung aller Geschaeftsvorfaelle
eines Unternehmens in Zahlenwerten.

  Zwecke
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  1. Dokumentation (Was ist passiert?)
  2. Information (Wie steht das Unternehmen da?)
  3. Rechenschaft (gegenueber Eigentuemern, Staat)
  4. Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich)
  5. Grundlage fuer Steuern

  Rechtliche Grundlagen
  ---------------------
  - Handelsgesetzbuch (HGB) §§ 238-263
  - Abgabenordnung (AO) §§ 140-148
  - Steuergesetze (EStG, UStG, etc.)

GRUNDSAETZE ORDNUNGSMAESSIGER BUCHFUEHRUNG (GoB)
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  Formelle GoB
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  - Klarheit und Uebersichtlichkeit
  - Vollstaendigkeit
  - Richtigkeit
  - Zeitgerechtigkeit
  - Ordnung (Belegprinzip: Keine Buchung ohne Beleg)
  - Nachpruefbarkeit
  - Unveraenderlichkeit

  Materielle GoB
  --------------
  - Bilanzwahrheit
  - Bilanzklarheit
  - Bilanzkontinuitaet
  - Vorsichtsprinzip
  - Realisationsprinzip
  - Imparitaetsprinzip

  Vorsichtsprinzip im Detail
  --------------------------
  - Vermoegen: eher niedriger bewerten
  - Schulden: eher hoeher bewerten
  - Gewinne: erst bei Realisierung
  - Verluste: sofort bei Erkennbarkeit

KONTENRAHMEN UND KONTENPLAN
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  Kontenrahmen
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  Standardisiertes Schema fuer die Gliederung der Konten.
  In Deutschland verbreitet: SKR03 und SKR04.

  SKR03 (Prozessgliederung)
  -------------------------
  Klasse 0: Anlagevermoegen
  Klasse 1: Umlaufvermoegen
  Klasse 2: Eigenkapital, Rueckstellungen
  Klasse 3: Verbindlichkeiten
  Klasse 4: Erloese
  Klasse 5-7: (nicht belegt)
  Klasse 8: Aufwendungen
  Klasse 9: Vortraege, Abgrenzungen

  SKR04 (Abschlussgliederung)
  ---------------------------
  Klasse 0: Anlagevermoegen
  Klasse 1: Umlaufvermoegen
  Klasse 2: Eigenkapital
  Klasse 3: Fremdkapital
  Klasse 4: Betriebliche Ertraege
  Klasse 5: Betriebliche Aufwendungen
  Klasse 6: Betriebliche Aufwendungen
  Klasse 7: Weitere Ertraege/Aufwendungen
  Klasse 8: (nicht belegt)
  Klasse 9: Vortraege, Abgrenzungen

  Kontenplan
  ----------
  Unternehmensspezifische Auswahl aus dem Kontenrahmen.
  Nur benoetigte Konten werden uebernommen und ggf. ergaenzt.

DOPPELTE BUCHFUEHRUNG (Doppik)
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  Grundprinzip
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  Jeder Geschaeftsvorfall wird auf mindestens zwei Konten
  gebucht: Soll und Haben muessen immer gleich sein.

    SOLL = HABEN (immer!)

  Kontoarten
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  Bestandskonten (Bilanzkonten)
  +---------------------------+---------------------------+
  | AKTIVKONTEN               | PASSIVKONTEN              |
  | (Vermoegen)               | (Kapital)                 |
  +---------------------------+---------------------------+
  | Zugang im SOLL            | Zugang im HABEN           |
  | Abgang im HABEN           | Abgang im SOLL            |
  +---------------------------+---------------------------+
  | Beispiele:                | Beispiele:                |
  | - Bank, Kasse             | - Eigenkapital            |
  | - Forderungen             | - Verbindlichkeiten       |
  | - Maschinen               | - Rueckstellungen         |
  +---------------------------+---------------------------+

  Erfolgskonten (GuV-Konten)
  +---------------------------+---------------------------+
  | AUFWANDSKONTEN            | ERTRAGSKONTEN             |
  +---------------------------+---------------------------+
  | Buchung im SOLL           | Buchung im HABEN          |
  | Mindern den Gewinn        | Erhoehen den Gewinn       |
  +---------------------------+---------------------------+
  | Beispiele:                | Beispiele:                |
  | - Miete                   | - Umsatzerloese           |
  | - Loehne                  | - Zinsertraege            |
  | - Material                | - Provisionsertraege      |
  +---------------------------+---------------------------+

  Merksatz
  --------
  Aktivkonten und Aufwandskonten: Mehrung im SOLL
  Passivkonten und Ertragskonten: Mehrung im HABEN

BUCHUNGSSAETZE
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  Aufbau
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    SOLL-Konto an HABEN-Konto    Betrag

  Einfacher Buchungssatz
  ----------------------
  Beispiel: Barverkauf 1.000 EUR

    Kasse        an  Umsatzerloese    1.000 EUR
    (Aktivmehrung)    (Ertragsmehrung)

  Zusammengesetzter Buchungssatz
  ------------------------------
  Beispiel: Wareneinkauf 1.000 EUR + 19% USt, auf Rechnung

    Wareneinkauf     800 EUR
    Vorsteuer        152 EUR
         an  Verbindlichkeiten   952 EUR

  Typische Buchungssaetze
  -----------------------

  Bankueberweisung an Lieferant:
    Verbindlichkeiten an Bank

  Kunde bezahlt Rechnung:
    Bank an Forderungen

  Privatentnahme:
    Privatentnahmen an Kasse

  Abschreibung Maschine:
    Abschreibungen an Maschinen

EUER VS. DOPPELTE BUCHFUEHRUNG
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  Einnnahmen-Ueberschuss-Rechnung (EUeR)
  --------------------------------------
  - Vereinfachte Form fuer Kleinunternehmer
  - Betriebseinnahmen - Betriebsausgaben = Gewinn
  - Zuflussprinzip: Buchung bei Zahlung
  - Keine Bilanz erforderlich

  Wer darf EUeR nutzen?
  - Freiberufler (immer)
  - Gewerbetreibende unter 600.000 EUR Umsatz
    UND unter 60.000 EUR Gewinn

  Doppelte Buchfuehrung
  ---------------------
  - Pflicht fuer groessere Unternehmen und alle Kapitalgesellschaften
  - Bilanz + GuV erforderlich
  - Periodengerecht: Buchung bei Entstehung
  - Aufwaendiger, aber genauere Aussagen moeglich

  Vergleich
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  | Kriterium      | EUeR           | Doppik          |
  |----------------|----------------|-----------------|
  | Aufwand        | Gering         | Hoch            |
  | Genauigkeit    | Ausreichend    | Hoch            |
  | Aussagekraft   | Begrenzt       | Umfassend       |
  | Zeitpunkt      | Zahlungsfluss  | Entstehung      |
  | Bilanz         | Nein           | Ja              |

JAHRESABSCHLUSS
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  Bestandteile
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  - Bilanz (Vermoegen und Kapital zum Stichtag)
  - Gewinn- und Verlustrechnung (Erfolg der Periode)
  - Anhang (Erlaeuterungen) - bei Kapitalgesellschaften
  - Lagebericht - bei groesseren Kapitalgesellschaften

  Die Bilanz
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    +-----------------------------+-----------------------------+
    |         AKTIVA              |         PASSIVA             |
    +-----------------------------+-----------------------------+
    | A. Anlagevermoegen          | A. Eigenkapital             |
    |    I. Immaterielle          |    I. Gezeichnetes Kapital  |
    |   II. Sachanlagen           |   II. Kapitalruecklagen     |
    |  III. Finanzanlagen         |  III. Gewinnruecklagen      |
    +-----------------------------+-----------------------------+
    | B. Umlaufvermoegen          | B. Rueckstellungen          |
    |    I. Vorraete              |                             |
    |   II. Forderungen           | C. Verbindlichkeiten        |
    |  III. Wertpapiere           |                             |
    |   IV. Liquide Mittel        | D. Rechnungsabgrenzung      |
    +-----------------------------+-----------------------------+
    | SUMME AKTIVA                | SUMME PASSIVA               |
    +-----------------------------+-----------------------------+

    AKTIVA = PASSIVA (immer!)

  Die GuV (Gewinn- und Verlustrechnung)
  -------------------------------------

  Gesamtkostenverfahren:
    Umsatzerloese
  + Bestandsveraenderungen
  + aktivierte Eigenleistungen
  - Materialaufwand
  - Personalaufwand
  - Abschreibungen
  - sonstige Aufwendungen
  + sonstige Ertraege
  = Betriebsergebnis

ABSCHREIBUNGEN
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  Definition
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  Verteilung der Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer.
  Bildet den Werteverzehr von Anlageguetern ab.

  Methoden
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  Lineare Abschreibung
    Jedes Jahr gleicher Betrag
    AfA = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer

    Beispiel: Maschine 10.000 EUR, 5 Jahre
    AfA = 10.000 / 5 = 2.000 EUR pro Jahr

  Degressive Abschreibung (wenn zulassig)
    Jedes Jahr gleicher Prozentsatz vom Restwert
    Hoehere AfA am Anfang

  Leistungsabschreibung
    Nach Nutzungsgrad (z.B. Kilometer bei Fahrzeugen)

  AfA-Tabellen
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  Bundesfinanzministerium veroeffentlicht Nutzungsdauern:
  - Computer: 3 Jahre
  - PKW: 6 Jahre
  - Bueromoebel: 13 Jahre
  - Gebaeude: 33-50 Jahre

INVENTUR
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  Definition
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  Koerperliche Bestandsaufnahme aller Vermoegenswerte
  und Schulden zu einem Stichtag.

  Inventurarten
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  - Stichtagsinventur (exakt zum Bilanzstichtag)
  - Zeitnahe Inventur (10 Tage vor/nach Stichtag)
  - Permanente Inventur (laufend ueber das Jahr)
  - Stichprobeninventur (mathematisch-statistisch)

  Inventar
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  Das Ergebnis der Inventur:
  1. Vermoegenswerte (Art, Menge, Wert)
  2. Schulden (Art, Glaeubiger, Betrag)
  3. Reinvermoegen (Eigenkapital)

BACH-INTEGRATION
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  Steuer-Experte
  - Unterstuetzt bei Kontierung
  - SKR04-basierte Zuordnung
  - Belegerfassung

  DATEV-Schnittstelle
  - Export im DATEV-Format
  - Zusammenarbeit mit Steuerberater

  Belege-Scanner
  - OCR-Erkennung
  - Automatische Kategorisierung
  - Archivierung (GoBD-konform)

SIEHE AUCH
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  wiki/bwl/controlling.txt      Controlling und Kostenrechnung
  wiki/bwl/finanzwirtschaft.txt Finanzierung und Investition
  wiki/skr04.txt                SKR04 Kontenrahmen Detail
  wiki/datev.txt                DATEV-Schnittstelle
  wiki/steuer/                  Steuerliche Aspekte
